Unser Land

Mecklenburg-Strelitz

Wappen des Großherzogtums von Mecklenburg-Strelitz vom 01. Januar 1846
Wappen des Großherzogtums von Mecklenburg-Strelitz vom 01. Januar 1846

08. März 1701  - 04. September 2011

Flagge der Großherzogtümer Mecklenburg-Strelitz und Mecklenburg-Schwerin
Flagge der Großherzogtümer Mecklenburg-Strelitz und Mecklenburg-Schwerin

Liebe Besucher meiner Homepage,

auf dieser Seite erfahrt Ihr eine kurze Zusammenfassung über die Geschichte, von Mecklenburg-Strelitz einem Teilgebiet, vom heutigen Mecklenburg-Vorpommern.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Stöbern in der Vergangenheit!

Entstehung des Herzogtums Mecklenburg bis 1701

1349 Mecklenburgisches Siegel-Wappen
1349 Mecklenburgisches Siegel-Wappen

Mecklenburg war ursprünglich von germanischen Völkerschaften bewohnt. Im 6. Jahrhundert drangen von Osten slawische Obotriten und Wilzen in das Land ein. Der Name Mecklenburg (Mikelenburg) taucht erstmals in einer Urkunde des Jahres 995 auf. Er bezeichnete damals die slawische Burg Mecklenburg (Wiligrad) im heutigen Dorf Mecklenburg bei Wismar und bedeutet so viel wie „Große Burg“. Der Name übertrug sich in der Folgezeit auf ein hier beheimatetes Geschlecht slawischer Fürsten, dann auf das von ihnen beherrschte Gebiet. Als Vasall Heinrichs des Löwen, nahm Pribislaw 1167 den christlichen Glauben an und das Land geriet unter deutsche Lehnsabhängigkeit. Dessen Vater Niklot, gefallen 1160 im Kampf gegen Heinrich d.L. in der Nähe seiner Burg Werle (unweit dem „Dorf Wieck“= bedeutet so viel wie Marktort= Marktort bei der Burg Werle, nähe Schwaan) gilt jedoch als Stammvater des bis 1918 regierenden Fürstenhauses. 1180 wurde Mecklenburg von Waldemar II. von Dänemark erobert, der es aber 1227 wieder räumen musste. Ab 1200 zogen deutsche Siedler aus Westfalen, Niedersachsen, Friesland und Holstein ins Land. Um 1219 tritt erstmals der Stierkopf als mecklenburgisches Wappen auf.

Von den 1229 entstandenen Linien Parchim, Rostock, Güstrow und Mecklenburg blieb nur letztere bestehen, die 1471 unter Herzog Heinrich dem Dicken alle mecklenburgischen Lande vereinigte. Um 1300 gelangte die Herrschaft Stargard in die Hand der Mecklenburger. Stadt und Land Grabow fielen 1320 und Dömitz 1375 an Mecklenburg.

Adolf Friedrich II. (1658-1708), erster Herzog zu Mecklenburg-Strelitz, Kupferstich-Ausschnitt um 1845
Adolf Friedrich II. (1658-1708), erster Herzog zu Mecklenburg-Strelitz, Kupferstich-Ausschnitt um 1845

Unter der Führung Lübecks lag Ende des 13. Jahrhunderts Mecklenburg im Einflussbereich der Hanse. Gegen Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Reformation eingeführt. Durch die Landesteilung von 1621 entstanden die Linien Güstrow und Schwerin. Von 1628 bis 1630 wurden die Obotriten-Herzöge im Dreißigjährigen Krieg durch Kaiser Ferdinand II. abgesetzt und sein Feldherr, der kaiserliche katholische Heerführer Wallenstein, mit den mecklenburgischen Landen belehnt. Nach dem Aussterben der Linie Güstrow 1695 und längeren Auseinandersetzungen kam der Hamburger Teilungsvergleich am 8. März 1701 zustande, wodurch Adolf Friedrich II. Stifter der Linie Mecklenburg-Strelitz wurde.


Das Herzogtum Mecklenburg-Strelitz, 1701 - 1918

Herzogliches Mecklenburgisches Wappen, Kupferstich aus „Das große und vollständige Wappen-Buch“, Christoph Weigel 1734; Oberwappen v.l.n.r.: Fürstentum Ratzeburg, Herrschaft Rostock, Herzogtum Mecklenburg, Fürstentum Schwerin, Herrschaft Stargard; Schildw
Herzogliches Mecklenburgisches Wappen, Kupferstich aus „Das große und vollständige Wappen-Buch“, Christoph Weigel 1734; Oberwappen v.l.n.r.: Fürstentum Ratzeburg, Herrschaft Rostock, Herzogtum Mecklenburg, Fürstentum Schwerin, Herrschaft Stargard; Schildw

Das (Teil-) Herzogtum Mecklenburg-Strelitz entstand am 08. März 1701 nach mehr als fünfjährigem Thronfolgestreit der mecklenburgischen Dynastie. Die Gründungsurkunde stellte einen dynastischen Hausvertrag dar, der die Dritte mecklenburgische Hauptlandesteilung besiegelte und als Hamburger Vergleich in die Landesgeschichte einging. Mecklenburg-Strelitz wurde nach § 2 des Vertrags aus mehreren Herrschaftsteilen gebildet: dem Fürstentum Ratzeburg an der mecklenburgischen Westgrenze südlich von Lübeck, der  Herrschaft Stargard im mecklenburgischen Südosten mit den Städten Neubrandenburg, Friedland, Woldegk, Strelitz, Stargard, Fürstenberg und Wesenberg, sowie den Komtureien Mirow und Nemerow.

Das Land Mecklenburg-Strelitz, Kartenausschnitt - aus Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13, Leipzig 1908, Maßstab 1: 850.000
Das Land Mecklenburg-Strelitz, Kartenausschnitt - aus Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13, Leipzig 1908, Maßstab 1: 850.000

Die 1701 getroffenen Festlegungen hatten mit geringfügigen Veränderungen bis zum Ende der Monarchie Bestand. Die kurze Zwischenphase von 1848 bis 1850, in welcher lediglich der Landesteil Mecklenburg-Schwerin den Schritt zu einem modernen Verfassungsstaat vollzog und damit schließlich scheiterte, betraf den Landesteil Mecklenburg-Strelitz nicht.

 

·      1701-1815 Herzogtum

·  1815-1918 Großherzogtum, seit 1867 deutscher Bundesstaat des Norddeutschen Bundes, ab 1871 Land im Deutschen Reich

 

Von 1701 bis 1918 wurde Mecklenburg-Strelitz von der jüngeren Linie des herzoglichen Hauses Mecklenburg regiert. Die Herrscher von Mecklenburg-Strelitz führten zunächst, ohne Unterscheidung von übrigen Mitgliedern der Fürstenfamilie, den Titel Herzog zu Mecklenburg. Die Thronfolger wurden als Erbprinz bezeichnet. Auf dem Wiener Kongress empfingen beide (regierenden) Herzöge zu Mecklenburg eine Titelaufbesserung als Großherzog von Mecklenburg. Die Thronfolger titelten seither als Erbgroßherzog, die zugehörigen Ehefrauen entsprechend als Großherzogin bzw. Erbgroßherzogin von Mecklenburg. Alle anderen Mitglieder der Fürstenfamilie führten weiterhin die alten Titel. Da es zeitgleich stets zwei mecklenburgische Regenten gab, fügte man ihrem Haupttitel zur besseren Unterscheidung den Namen des Landesteils (Schwerin bzw. Strelitz) hinzu. In gleicher Weise verfuhr man mit den übrigen Familienmitgliedern. Diese Titelzusätze wurden nur umgangssprachlich gebraucht, waren aber niemals Bestandteil der offiziellen Titulatur.

Nachdem die ursprüngliche Wahl von Neubrandenburg als Residenzstadt des neuen Landesteils und die Ansiedlung von Hofbehörden dort am Bürgerstolz der Einwohner gescheitert war, wurde zunächst Strelitz Residenzstadt. Seit den 1730ern entwickelte sich schließlich Neustrelitz zur Hauptresidenz des Strelitzer Fürstenhauses.

Kleine Bildergalerie

Residenzschloss in Neustrelitz und Palais in Neubrandenburg der Großherzöge von Mecklenburg – Strelitz

Westseite des Barocken Palais in Neubrandenburg (Stadtschloss) mit Haupteingang und Mittelrisalit, ab 1775 errichtet, 1945 zerstört, Ansicht um 1900
Westseite des Barocken Palais in Neubrandenburg (Stadtschloss) mit Haupteingang und Mittelrisalit, ab 1775 errichtet, 1945 zerstört, Ansicht um 1900

Ab Mitte des 19. Jahrhundert wurde Neubrandenburg dennoch zur wichtigen Nebenresidenz, wo sich die Hofgesellschaft alljährlich während der Sommermonate aufhielt und direkt auf dem Marktplatz ein fürstliches Residenzschloss entstand.

Während die Hofhaltung in Neubrandenburg abrupt mit dem Tod des Herzogs Adolf Friedrich IV. (1794) endete, blieb Neubrandenburg als Vorderstadt bis zum Ende der Monarchie die politisch bedeutendste Stadt in Mecklenburg-Strelitz. Hier fanden traditionell die Zusammenkünfte der Ritter- und Landschaft des strelitzschen Landesteils statt. Auch die Inthronisation neuer Herrscher erfolgte stets im Neubrandenburger Stadtschloss.

Innenstadtansicht von Neubrandenburg mit Palais, Rathaus und St. Marienkirche, Luftaufnahme (Blick von Südwesten) um 1943 - Auszug
Innenstadtansicht von Neubrandenburg mit Palais, Rathaus und St. Marienkirche, Luftaufnahme (Blick von Südwesten) um 1943 - Auszug

Innenpolitisch hatte man Mecklenburg-Strelitz 1701 eine nachrangige Rolle im mecklenburgischen Ständestaat zugewiesen. Eine 1748 von beiden regierenden Herzögen beschlossene Auflösung des mecklenburgischen Gesamtstaates scheiterte am erbitterten Widerstand der Ritterschaft. Auch die Durchsetzung absolutistischer Machtansprüche der Fürsten misslang, als 1752 unversehens der Thronfolgefall eingetreten war und Truppen des Schweriner Herzogs den Strelitzer Landesteil besetzten und so nach Abkoppelung vom mecklenburgischen Gesamtstaat dessen politische Selbständigkeit durchsetzen wollten. Der Ausgang des Thronfolgestreits bewirkte die weitere Stärkung der Landstände.

 

Adolf Friedrich IV. und seine Mutter in ihrer Eigenschaft als Vormund seiner jüngeren Geschwister ratifizierten 1755 den Landesgrundgesetzlichen Erbvergleich (LGGEV), mit dem der mecklenburgische Staat eine neue, landständische Verfassung erhielt. Diese führte zur Festigung der Macht der mecklenburgischen Ritterschaft und konservierte die Rückständigkeit des Landes bis zum Ende der Monarchie (1918).

 

Innenpolitisch agierten beide mecklenburgischen Teilstaaten seit 1701 oft gemeinsam und einvernehmlich. Außenpolitisch und bei kriegerischen Auseinandersetzungen verfolgten sie jedoch unterschiedliche Ziele. Mecklenburg-Strelitz übte sich in einer Politik der Neutralität, nahm am Siebenjährigen Krieg (1756–1763) nicht teil, erklärte sich auch 1806 für neutral und verurteilte 1866 die Annexion Hannovers durch Preußen.

Franzosenzeit von 1806 bis 1813 in Mecklenburg.

Im November 1806 nach der Niederlage der preußischen Armee bei Jena und Auerstadt besetzten französische Truppen unter Napoleon Bonaparte Mecklenburg. Beide Herzogtümer, Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz, wurden französische Provinz und fortan von einem Generalgouverneur Napoleons verwaltet. Für Frankreich war Mecklenburg in den Jahren der Besatzung fast ausschließlich militärisch von Bedeutung. Große Teile der Bevölkerung wurden der französischen Armee unterstellt und mussten in den von Napoleon geführten Kriegen gegen England, Österreich und Russland den Dienst an der Waffe leisten. Für die meisten von ihnen bedeutete dies den Tod.

Die französische Fremdherrschaft war eine belastende Zeit für die Herzogtümer. Einquartierungen, Durchzug militärischer Truppen, Plünderungen und Übergriffe auf die Bevölkerung bestimmten den Alltag.

Erst durch den Widerstand gegen die militärische Besatzung 1813 konnten Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz den Begrenzungen, Sorgen und Nöten entkommen. Im Zuge der Befreiungskriege wurde Napoleon bei der alles entscheidende Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 geschlagen. 1815 wurden beide mecklenburgischen Herzogtümer vom Wiener Kongress zu Großherzogtümern erhoben und hatten bis 1918 Bestand.

 

1867 wurden die beiden Großherzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz Bundesstaaten des Norddeutschen Bundes und seit 1871 Länder des Deutschen Reiches.

Mecklenburg-Strelitz hatte dabei 1 Stimme im Bundesrat. Beide Teilstaaten unterhielten eine gemeinsame Gesandtschaft für den Bundesrat und waren von weiteren kleinen Staaten (z. B. Reuß) mit deren Vertretung im Bundesrat beauftragt. Der größere, südöstliche Teil von Mecklenburg-Strelitz bildete bis 1918 einen von drei ritterschaftlichen Kreisen des mecklenburgischen Gesamtstaates.

 

Nach dem Freitod von Adolf Friedrich VI., dem letzten Großherzog aus dem Hause Mecklenburg-Strelitz, übernahm der Schweriner Großherzog Friedrich Franz IV. kurz vor dem Ende der Monarchie die Aufgabe eines Verwesers des Strelitzer Landesteils. Bis zum Ende der Monarchie in Mecklenburg und der Abdankung von Friedrich Franz IV. als Großherzog von Mecklenburg-Schwerin und als Verweser von Mecklenburg-Strelitz konnte die Strelitzer Thronfolgefrage nicht mehr geklärt werden.

 

Die Regentschaft der Monarchen von Mecklenburg-Strelitz

 

1701 – 1708   Adolf Friedrich II., Herzog zu Mecklenburg-Strelitz

(* 19. Oktober 1658; † 12. Mai 1708)

 

1708 – 1752   Adolf Friedrich III., Herzog zu Mecklenburg-Strelitz

(* 7. Juni 1686 in Strelitz; † 11. Dezember 1752 in Neustrelitz)

 

1752 – 1794   Adolf Friedrich IV., Herzog zu Mecklenburg-Strelitz

(* 5. Mai 1738 in Mirow; † 2. Juni 1794 in Neustrelitz)

 

1794 – 1816   Karl II. (Ludwig Friedrich), Herzog zu, dann Großherzog von Mecklenburg-Strelitz

(* 10. Oktober 1741 in Mirow; † 6. November 1816 in Neustrelitz)

 

1816 – 1860   Georg (Friedrich Karl Joseph), Großherzog von Mecklenburg -Strelitz

(* 12. August 1779 in Hannover; † 6. September 1860 im Jagdhaus „Schweizerhaus“ bei Carpin)

 

1860 – 1904   Friedrich Wilhelm II. (Karl Georg Ernst Adolf Gustav), Großherzog von Mecklenburg-Strelitz

(* 17. Oktober 1819 in Neustrelitz; † 30. Mai 1904 in Neustrelitz)

 

1904 – 1914   Adolf Friedrich V., Großherzog von Mecklenburg-Strelitz

(* 22. Juli 1848 in Neustrelitz; † 11. Juni 1914 in Berlin)

 

1914 – 1918   Adolf Friedrich VI. (Georg Ernst Albert Eduard), Großherzog von Mecklenburg-Strelitz

(* 17. Juni 1882 in Neustrelitz; † 24. Februar 1918 in Neustrelitz)

 

1918 – 1918   Friedrich Franz IV., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin als Verweser

(* 9. April 1882 in Palermo; † 17. November 1945 in Flensburg)

 

 

Friedrich Franz IV., war der letzte Großherzog des Landesteils Mecklenburg-Schwerin

und letzter regierender Monarch in Mecklenburg!

 

Die thronfolgefähige regierende Linie Mecklenburg-Strelitz der mecklenburgischen Dynastie endete 1934 mit Carl Michael.

Nachfahren in der Linie Mecklenburg-Strelitz leben noch heute. Zur Erhaltung des früheren Titels Herzog zu Mecklenburg (der entsprechend der Weimarer Verfassung ein Familienname geworden war) adoptierte Carl Michael Herzog zu Mecklenburg den Sohn seines Bruders Georg Alexander. Der frühere Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, Friedrich Franz IV., erkannte die Adoption hausrechtlich unter der Bedingung an, dass ein Thronfolgerecht dadurch nicht begründet werde. Am 18. Dezember 1950 attestierten der (frühere) Erbgroßherzog Friedrich Franz und Adolf Friedrich Herzog zu Mecklenburg (-Schwerin) Georg Herzog zu Mecklenburg die Führung des für die Herzöge bis 1918 üblich gewesenen Prädikates „Hoheit“ und die Bezeichnung „Chef des Mecklenburg-Strelitzer Hauses“. Für dynastische Fragen blieben die Adoption und deren Folgen bedeutungslos.


Der Freistaat Mecklenburg-Strelitz, 1918 – 1933

·     1918 - 1933 deutsches Land, Freistaat in der Weimarer Republik

·     1933 mit Mecklenburg-Schwerin vereinigt zum Land Mecklenburg

Nach dem Sturz der Monarchie 1918 erlangte Mecklenburg-Strelitz als Freistaat erstmals in seiner Geschichte politische Autonomie und blieb als nunmehr selbständiges und unabhängiges Land Glied des Deutschen Reiches (§ 1 des Landesgrundgesetzes vom 23. Mai 1923). Die Landeswahlergebnisse sind im Artikel Landtag des Freistaates Mecklenburg-Strelitz dargestellt.

Wappen des Freistaat Mecklenburg-Strelitz
Wappen des Freistaat Mecklenburg-Strelitz

Die Aufrechterhaltung der politischen Selbständigkeit als einer der kleinsten deutschen Staaten erwies sich jedoch schon nach einiger Zeit als finanziell unmöglich. Der vom letzten Großherzog hinterlassene Staatsschatz war um das Jahr 1926 aufgebraucht. Zunächst suchte die Regierung vor dem Reichsgericht in Leipzig eine Entscheidung für eine Einigung mit Mecklenburg-Schwerin, die aber scheiterte. In einem Rechtsstreit um die gemeinschaftliche Verfügung über Vermögen ehemaliger Landesklöster und Vermögen der früheren Stände, den der Freistaat Mecklenburg-Strelitz 1926 gegen den Freistaat Mecklenburg-Schwerin vor dem Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich anhängig machte, stellte Mecklenburg-Schwerin den Gegenantrag festzustellen, dass der Staat Mecklenburg-Strelitz am 23. Februar 1918 dem Staat Mecklenburg-Schwerin angefallen ist und seitdem rechtlich einen Teil desselben bildet.

Zur Begründung führte Mecklenburg-Schwerin an, dass nach dem Hamburger Vergleich von 1701 Mecklenburg-Strelitz mit dem Tod seines letzten Großherzogs Adolf Friedrich VI. am 23. Februar 1918 an Mecklenburg-Schwerin gefallen sei. Der Staatsgerichtshof gab diesem Gegenantrag jedoch aus formalen Gründen nicht statt.

Mecklenburg-Strelitz 1815–1934
Mecklenburg-Strelitz 1815–1934

Nachdem sich auch Pläne eines Beitritts zu Preußen 1932 als politisch nicht durchsetzbar erwiesen hatten, erfolgte unter nationalsozialistischem Druck zum 1. Januar 1934 die Wiedervereinigung mit Mecklenburg-Schwerin zum Land Mecklenburg. Maßgeblich für die Folgezeit wurde jedoch schon bald der Gau Mecklenburg(-Lübeck) der NSDAP, da der Landtag unmittelbar nach der Abstimmung über die Zusammenlegung beider Mecklenburgs aufgelöst wurde.


Mecklenburg-Strelitz in der Moderne

·     15.01.1934 - 31.03.1945 deutsches Land im Deutschen Reich

·     01.04.1945 - 06.10.1949 nach dem 2. Weltkrieg verwaltet in der sowjetischen Besatzungszone unter Verwaltungseinheit - Land Mecklenburg

Die Herrschaft Stargard als Kernland des einstigen Landesteils Mecklenburg-Strelitz wurde 1920 den beiden Ämtern Stargard und Strelitz zugewiesen. Diese bildeten ab 1934 einen politischen Kreis Stargard, der 1946 in Kreis Neustrelitz umbenannt wurde. 1950 wurden der Fürstenberger Werder um die Stadt Fürstenberg abgetrennt und Brandenburg zugeordnet, 1952 das Territorium schließlich auf die neu gebildeten Kreise Neubrandenburg, Neustrelitz und Strasburg aufgeteilt.

Die nordwestlichen Territorien wurden zum Landkreis Schönberg, der 1950 in Kreis Grevesmühlen umbenannt wurde.

 

Mecklenburg - Deutsche Demokratische Republik

·     07.10.1949 - 24.07.1952  erste Verfassung konstituierte eine föderale Struktur mit den Ländern Mecklenburg, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen.

·     25.07.1952 - 02.10.1990 wurden die Länder ihrer Funktionen enthoben. An deren Stelle traten die Bezirke entsprechend dem sowjetischen Vorbild der Rajone. Es fand eine Umwandlung der Länder Mecklenburg und Vorpommern in die Verwaltungseinheit = Bezirke, A = Rostock, B = Schwerin, C = Neubrandenburg, statt.

 

Mecklenburg - Bundes Republik Deutschland

·     ab 03.10.1990 deutsche Wiedervereinigung (BRD/DDR) neues Bundesland = Mecklenburg-Vorpommern

Am 12.06.1994 entstand der alte Kreis Stargard bzw. Neustrelitz in seinen Grenzen von 1952 mit Ausnahme der inzwischen kreisfreien Stadt Neubrandenburg wieder. Trotz heftiger Kritik aus Historikerkreisen erhielt der neu gebildete Kreis jedoch nicht mehr den historisch zutreffenden Namen zurück, sondern er wurde historisierend nach der früheren mecklenburgischen Teilherrschaft Landkreis Mecklenburg-Strelitz benannt und führte zeitweilig sogar die Symbolik des einstigen Freistaates. Der Landkreis umfasste jedoch nur größere Teile (ca. 71 %) des tatsächlichen Territoriums von Mecklenburg-Strelitz im Bereich der ehemaligen Herrschaft Stargard und stand zum früheren Mecklenburg-Strelitz in keiner Rechtsnachfolge. Die Kreisgebietsreform vom 04.09.2011 in Mecklenburg-Vorpommern tilgte den Namen Mecklenburg-Strelitz endgültig von der Landkarte. Das vormalige Kreisgebiet ging im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte auf.