ATZE   &   FRÖSI

Das ATZE-Heft

 

Atze war eine von April 1955 bis März 1991 (mit wenigen Ausnahmen monatlich erschienene) zumeist 16seitige Comic-Zeitschrift im A-5-Format, die sich an 8- bis 14jährige richtete, aber auch von erwachsenen Comicfreunden gern gelesen wurde. Der Preis war 20 Pfennig.

 

Eigentlich war Atze das einzige "Comicmagazin" im klassischen Sinn in der DDR, da hier jeden Monat mehrere abgeschlossene Geschichten oder Folgen laufender Serien abgedruckt wurden. Ab Ende der 60er Jahre erhielt das Heft unter Chefredakteur und Autor Wolfgang Altenburger eine formale Struktur, an der sich über zwei Jahrzehnte lang kaum etwas ändern sollte!

 

Die Veröffentlichungsgeschichte

Jahrgänge

Hefte

technische Daten

1955

1-13

8 Seiten, Hochformat, vierfarbig, ohne Jahrgangsangabe

1956

1-18

ab #13 12 Seiten

1957

1-12

12 Seiten, neues Titellayout

1958

1-12

ab #4 kleineres Hochformat

1959

1-12

 

1960-1961

1-12

Querformat

1962-1989

1-12

16 Seiten, A5, Hochformat, zur Hälfte zweifarbig

1990

1-12

ab #7 komplett vierfarbig
ab #12 24 Seiten und größeres Hochformat

1991

1-3

 

 

Kultstatus erlangte die Serie "Fix und Fax". Jürgen Kieser zeichnete sie ab 1958 und reimte 350 Folgen, von denen einige bereits zu DDR-Zeiten in Sammelbänden erschienen (ab 1991 dann unter dem Titel "Lustige Mäuseabenteuer" sämtliche Folgen in 25 Bänden). Die Folgen 351 bis 395 zeichnete Eugen Gliege (unter Einverständnis des Figurenschöpfers Kieser).

 

Ab 1967 erschienen auf den Mittelseiten "Pats Reiseabenteuer" von Harry Schlegel. Besonderheit jeder der fast 300 Folgen, in denen Pat historische Streifzüge durch Deutschland unternahm, war die Frage "Was gab es damals noch nicht?". Schlegel hatte dafür in eines der Bilder ein Detail gezeichnet, das so in der Handlungszeit noch nicht möglich war (zum Beispiel Kamera, Staubsauger).

 

In den ersten Jahren war der Inhalt der Hefte wenig strukturiert. Redaktionelle Beiträge und Bildgeschichten aller Art und Länge waren bunt durcheinander gewürfelt. Dazu gehörten z.B. mehrseitige Bildergeschichten mit wechselnden Themen und Autoren (oft politisch motiviert) sowie Leserbriefe, Atzes Erörterungen aus dem Pionierleben sowie verschiedene Serien kurzer Comics (zum Beispiel Robbi und Rolle von Willi Moese, Max und Maxi von Harry Schlegel).

 

Als sich Atze nach dem Fall der Mauer 1990 der Konkurrenz des westdeutschen Comicmarktes ausgesetzt sah, versuchte man, den Charakter des Comicmagazins deutlich in den Vordergrund zu rücken: Neue Zeichner mit neuen Serien (u.a. Andreas Pasda), besseres Papier, größeres Format, mehr Seiten, mehr Farbe und Kieser-Nachdrucke statt Gliege-Mäuse konnten im Gegensatz zum großen Bruder Mosaik das unvermeidliche Ende nicht aufhalten. Quelle: DDR-Lexikon; ddr-comics;

 

Kleine Bildergallerie


"Fröhlich sein und singen", kurz - FRÖSI genannt

 

Am 25. Juni 1953 erschien die Erstausgabe von FRÖSI mit einem Grußwort des damaligen FDJ-Vorsitzenden Erich Honecker. Neben Propagandacomics (wie Wir bauen einen Panzer in der Ausgabe 9/1957), Aufrufen zum Sammeln von Sekundärrohstoffen, Kräutern und Beeren (durch die Comicfigur Korbine Früchtchen) und Grundsätzen zu Hygiene und Gesundheitsprophylaxe (Comicfigur Kundi) erschienen unter anderem die Bildgeschichten Ali und Archibald und Käpt’n Lütt von Horst Alisch, Mäxchen und Tüte von Richard Hambach, der Comic Atomino auf Basis eines italienischen Comics von Marcello Argilli und Vinicio Berti sowie Jürgen Günthers Otto und Alwin. Des Weiteren fanden sich Bastelvorschläge, Beiträge aus Natur, Wissenschaft und Technik in den Heften. Gelegentlich gab es Ausgaben mit Bastelbögen als Beilagen wie häufig in der Novemberausgabe einen Weihnachtskalender.

 

Das 32- bis 40-seitige Heft kam ab 1956 monatlich heraus (davor alle sechs Wochen), die Maximalauflage lag bei etwa 600.000. Der Verkaufspreis betrug 70 Pfennig. FRÖSI ist der Name einer Kinderzeitschrift, die in der DDR im Verlag Junge Welt publiziert wurde. Sie war das Magazin für Angehörige der Pionierorganisation Ernst Thälmann. Der Name „FRÖSI“ leitet sich von der Anfangszeile eines damals bekannten Pionierlieds von Hans Naumilkat (Fröhlich sein und singen) ab. Fröhlich sein und singen war zunächst der vollständige Titel, ab 1965 wurde die Kurzform eingeführt.

 

Nach einer Umbenennung in tandem im Jahre 1990 wurde die Zeitschrift mit der Abwicklung des Verlages Junge Welt durch die Treuhand im März 1991 eingestellt. Im Juni 2002 erschien eine einzelne Ausgabe als Beilage zu einer Wochenendausgabe des Neuen Deutschlands als Versuch einer Wiederbelebung der FRÖSI als Magazin für Kinder. Nach mehrfachen Verschiebungen erschien die FRÖSI ab Mai 2005 – jedoch nur in den neuen Bundesländern – als monatliches 32-seitiges A4-Magazin für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren mit einer Startauflage von 70.000 Exemplaren zum Preis von 2,10 Euro erneut. Die Zeitschrift wurde im November 2005 eingestellt. Gründe waren Absatzeinbrüche und damit einhergehende finanzielle Schwierigkeiten. Quelle: Wikipedia

 

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